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Wer Ohren hat, der höre!

Ein Schulbeginn unter strenger Aufsicht, ein von der Gesundheitskrise betroffenes Gemeindeleben. Wie können Missionsteam und Ortsgemeinde in diesen unruhigen Zeiten eine »prophetische Botschaft« weitergeben?

Der verkannte Missionsauftrag Jesu Christi

Die drei synoptischen Evangelien reden vom großen Missionsbefehl, den Jesus seinen Jüngern erteilt hat. Die Anordnung zum Predigen, Lehren und Schulen von Jüngern scheint besonders wichtig zu sein.[1] Aber im vierten Evangelium liefert uns Johannes den weniger bekannten Missionsbefehl seines auferstandenen Herrn: »Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.«[2] Nun ist es aber nicht das erste Mal in diesem Evangelium, dass Jesus diesen Satz ausspricht. Als er zu seinem Vater betete, nahm er diesen Befehl bereits vorweg: »Wie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.«[3] Jesus macht aus seiner Mission die Vorlage für unsere. Er hat das Evangelium nicht in aller Ruhe von seinem Himmelsthron herab verkündet. Auch ist er nicht wie ein Tourist aus einer anderen Welt auf unsere Erde gekommen. Nein, er wurde Fleisch und wohnte unter uns.[4] Er identifizierte sich mit uns. Und jetzt schickt er uns »in die Welt«, damit wir uns mit anderen identifizieren – ohne jedoch unsere christliche Identität zu verlieren oder uns den Übeln unserer Gesellschaft anzupassen. Dies setzt die Bemühung um »Kontextualisierung« voraus.

Ein Aufruf, zweimal hinzuhören

Wir können wir dem Missionsbefehl in Johannes 20 Folge leisten? Im hohepriesterlichen Gebet sagt Jesus, dass er den Jüngern das Wort seines Vaters gegeben hat und er betet, dass die Wahrheit dieses Wortes sie weiterhin (im Hinblick auf den Missionsauftrag) heiligen möge.[5] Auch wir müssen beständig darauf hören, was Gott in seinem Wort sagt. Auch wenn es heute eine riesige Herausforderung ist, nur für eine Viertelstunde unser Smartphone, das uns täglich »verfolgt«, auf die Seite zu legen und ruhig zu werden, damit wir in der Bibel auf Gott hören können.

Unter evangelikalen Christen reden wir vielleicht weniger darüber, dass wir auch auf die Welt hören müssen. Ein offenes Ohr ist aber doch der erste Liebesdienst, den wir unserem Nächsten anbieten können.[6] Hören wir aus der Stimme unserer Mitbürger die Schreie der Angst, der Traurigkeit, des Zweifels, der Wut, der Ablehnung, der Ungerechtigkeit und der Verzweiflung all derer heraus, die in einer orientierungslosen Gesellschaft leben, »ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt«[7]? Wann haben wir uns zum letzten Mal Zeit genommen, um einem Nachbarn, Kollegen oder Freund wirklich zuzuhören? Besitzen wir offene Ohren, die gleichzeitig kritisch mit den verschiedenen Ausdrücken unserer Kultur (Werbung, Musik, Kunst …) umgehen, im Wissen, dass der Mensch trotz seiner Sünde Gottes Geschöpf ist und dass manche Aspekte unserer Kultur immer noch »von Schönheit und Güte geprägt«[8] sind? Erkennen wir dort die aufrichtigen Fragen unserer Mitmenschen?

Dieses doppelte Hinhören ist unbedingt notwendig, um das Evangelium angemessen in unsere sich verändernde Welt hineinzutragen. Wir sind dazu aufgerufen, Brücken zwischen der Schrift und der heutigen Welt zu bauen und die Gute Nachricht nicht länger eingleisig mitzuteilen. »Die Bibel selbst darf nicht von nichtchristlichen Kulturen korrigiert werden, wohl aber die Christen und ihr kulturgeprägtes Verständnis von der Bibel. Auf der Brücke muss es Bewegung geben, und zwar in beide Richtungen. Wir reden und hören zu. Wir hören zu und reden. Und wir reden immer noch, auf eine immer biblischere Weise und immer mehr an die (heutige) Kultur angepasst.«[9] Erst dann können unser Missionsteam und die Ortsgemeinden lernen, in diesen unruhigen Zeiten eine »prophetische Botschaft« an unsere Mitmenschen weiterzugeben, wie Paulus es seinerzeit tat.[10]

Wir brauchen nicht nur Missionare, sondern alle Christen werden gebraucht, um das Evangelium zu verkünden und sämtliche Schichten unserer nichtchristlichen Gesellschaft zu durchdringen.[11] Bemühen wir uns darum, die Hoffnung des Evangeliums in diesen Krisenzeiten weiterzugeben und diese Hoffnung auch dort zu verkörpern, wo Gott jeden von uns hingestellt hat.

Tetsuya Miyasaka

[1] Matthäus 28,19-20; Markus 16,15-16; Lukas 24,46-49
[2] Johannes 20,21
[3] Johannes 17,18
[4] Johannes 1,14
[5] Johannes 17,14+17
[6] Matthäus 22,39; Sprüche 21,13
[7] Epheser 2,12
[8] Aus der Lausanner Erklärung sowie 1. Mose 4, 21-22; 9,6
[9] Nach Center church, Timothy Keller
[10] 1. Korinther 9,19-23; 15,1-4
[11] Matthäus 5,20; 6,33

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